lovely leseblogs #1

December 27, 2011

lieber lieber leise

"es war spät geworden, gestern wie vorgestern wie heute. der regen prasselte unaufhörlich auf die fensterscheiben, und jede klamme böhe schien unter das fundament des hauses zu kriechen und geräuschvoll an den dielen zu nagen. verloren fühlte er sich, allein auf dem riesigen sofa, in der riesigen wohnung, die viel zu groß war für eine einzige, belanglose person wie ihn und ihn zu verschlucken schien, zumindest in den einsamen momenten. verloren. und verloren sah er aus.
wie einsamkeit wohl schmecken mochte?"


die erste grosse liebe

"wenn ich über liebe spreche, muss ich spüren wie zerbrechlich sie ist.
wie zerbrechlich die meine war, wie zerblich ich gewesen bin, ist mir im nachhinein leider erst klar geworden. ich kannte ihn schon so lange, nicht gut, eigentlich garnicht. ich wusste eben, wer er war. barkeeper in meiner stammkneipe. jeden donnerstag war ich da. auf einen pfefferminztee und die tageszeitung. geredet haben wir nie, danach bin ich gegangen. umständlich und völlig ohne jegliche nettigkeiten haben wir feststellen müssen am selben tag geburtstag zu haben. plötzlich haben wir uns betrunken, dann doch geküsst. gewollt hab ich das nicht. gemeldet hat er sich dann ständig. bei gemeinsamen bekannten hat er nach mir gefragt. und ich bin immer weggelaufen. ich wollte ihn doch garnicht. ich wollte niemanden. und schon garnicht diesen großen blondschopf mit den eisblauen augen! diese hartnäckigkeit hat mich irgendwann aber doch weich werden lassen und ich musste feststellen, daß er zwar keineswegs meiner bis dahin erdachten traummannvorstellung annähernd nahe kam, aber immerhin ein netter mensch ist.
irgendwann war da nur der reiz, daß da jemand ist, der einen toll findet. vielleicht hab ich wirklich in den 7 monaten nach dem ersten kuss zwischen bier und anderen betrunkenen menschen nur gespielt. vielleicht hab ich ihn mehr verletzt als er jemals zugegeben hätte. ich bin gerne wildfang und nie einfach gewesen. wieso sollte gerade er das dann auch ändern? [...]"


masha sedgwick

"ich liebe dich nicht mehr.
ich wiederholte langsam die worte. i-c-h l-i-e-b-e d-i-c-h n-i-c-h-t m-e-h-r. punkt. 5 worte. 6 silben. 21 buchstaben. ein geständnis. eine offenbarung.
war es das jetzt tatsächlich? bin ich geheilt? ein lächeln huscht über meine lippen.
gehe die einzelnen fragen nochmal durch. versuche in mich reinzuhören. analysiere. nichts. stille. erwähne seinen namen. schaue unsere bilder an. blättere durch erinnerungen. höre songs die ich immer mit ihm verband. prüfe mich selbst. nichts. keine besondere regung. keine liebe. kein hass. frieden. keine sehnsucht. kein schmerz. nur gefühle, die Erinnerungen hervorrufen. nichts aussergewöhnliches. nicht mehr nicht weniger. in mir hat die kälte nun ihr zuhause gefunden.
war es das jetzt tatsächlich? ist es so plötzlich vorbei? erstaunen und misstrauen mischen sich zu einem ganz neuen gefühlsbrei in herz und kopf. mir fehlt nichts. aber irgendwie klafft da doch ein großes loch. das loch, das du hinterlassen hast, habe ich mit schmerz und trauer und viel whiskey gefüllt. habe mich abgelenkt. mit menschen. mit drogen. mit einer kombination aus beidem. nun ist es wieder da. das loch. es klafft und erwartet von mir gefüttert zu werden. und ich weiss nicht was es von mir zu fressen bekommen soll.
ich liebe dich nicht mehr. ich liebe dich einfach nicht mehr. so einfach ist das. so einfach war es also immer. so einfach war es also immer für dich. so einfach."


sechzehnkommavier 

"im schreiben war ich noch nie gut.
sagte ich zumindest immer. doch ich hatte spaß daran. vorallem am verfassen von gedankengängen, ansätzen, die ich vielleicht irgenwann noch gebrauchen könnte. auch wenn ich mich manchmal nicht richtig ausdrücken kann, mir oft worte oder das richtige vokabular fehlen & ich meine, dass alle anderen meines ätze nicht richtig betonen & somit die harmonie des textes nicht verstehen, finde ich, das mein geschriebenes sich - für mich zumindest - angenehm anhört. in der schule jedoch ging ich unter. in den unterrichtbezogenen themen konnte ich mich nie richtig austoben & selbst wenn ich ein gutes gefühl hatte, schrieb ich bloß eine befriedigende note. rechtschreibfehler vermeide ich dennoch, das-&-dass-fehler kann ich nicht austehen & meine grammatik ist manchmal sehr einseitig oder passt nicht. wenn du mich dann fragst, ob du dir meine projekte ansehen & überfliegen darfst, ist mir das peinlich, wenn du niedergeschriebene gedanken liest, will ich nicht, dass ich ein offenes buch für dich bin, aber wenn du mich verstehst, wenn du mich ohne worte ansiehst & ganz genau weißt, wie es mir geht, dann liebe ich dich noch ein stück mehr."


i'm fine smiley

"der regen prasselt auf mein dachfenster. ich liege in meinem kuscheligem bett, mit kuscheliger decke und kuscheligem schal. es donnert. lichterketten und "wenn worte meine sprache wären" von tim bendzko.
ich liege hier und denke nach.
über mich, über andere.
über mein leben und was ich vorhabe zu tun. was soll ich tun, ich weiß es nicht
ich hab die worte nicht. es hat sich so viel verändert. wir sind anderes geworden, nicht?
es ist der wahnsinn. jemandem dabei zuzuschauen, wie er sich verändert. nicht von einem moment auf den anderen, so ganz nebenbei. und so ganz nebenbei hab ich mich auch verändert. still und leise."

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11 Comment/-s

  1. @ andre: ist kein leseblog mehr :< gefühle sind tabu! privatsphäre bliblablub.

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  2. Schade :< aber velleicht besser so.
    Hab ich bei mir auch alles rausgehauen :)
    Trotzdem gehört deine zu den lesenswerten :>

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  3. ich mag solche blogs total, könnte manchmal stunden damit verbringen, in den geschichten zu versinken. :3

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  4. hab mir die blogs angeguckt und die gefallen mir sehr gut:-)

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  5. Meine Liebe, dein Blog ist so schoen :) Dir einen guten Rutsch in's neue Jahr!

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  6. Du bist ja vielleicht Zucker, krass! Danke!
    Schmeichelt mir total, dass du mich "erwähnenswert" findest :)
    Vielen, vielen Dank und wenn schon dann bitte danke weiterlesen!
    Gibt schon neues Zeug: www.liebelieberleise.wordpress.com
    LUFTKÜSSE AN ALLE

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  7. OMG danke, danke, danke. :)

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